Raucher sollten rauchen

Guten Abend, Frau Staldorf

Weil die Erde keine Scheibe ist, sollte man lieber nicht immer geradeaus gehen.

Deshalb empfiehlt es sich, einen Stock dabei zu haben, der einem hilft, zu erkennen, wann es mal wieder rund geht.                                                                                          Das aber kann natürlich dazu führen, dass ein besonders umsichtiger Autofahrer, der dem Irrglauben erliegt, besondere Rücksicht nehmen zu müssen, da es sich bei einem der Verkehrsteilnehmer um einen Blinden zu handeln scheint, der hilf- und orientierungslos durch die Welt irrt, vor lauter Übervorsicht gegen einen Baum fährt. Bum: Weg ist er.

Folglich sollte man beizeiten überlegen, welche Organisation die Betreuung der eigenen Person übernehmen soll, wenn es denn um den letzten Schritt geht. Denn die Verursachung eines schweren Unfalls durch die Vortäuschung von Blindheit wird sich mit Sicherheit als dicker Stachel im Gewissen festsetzen. Womit wir wieder beim Buddhismus wären.

So, das hast Du davon.                                                                                                        Zack, Zack, Zack.

Jeder Versuch, das Weltgeschehen zu erklären kann nur scheitern, wenn man die freie Sicht darauf durch Vorgaben einschränkt. Weil, deshalb, folglich………….schon springt man beim Erklärungsversuch um diese Wörter herum. Und was kommt dabei heraus? Du siehst es ja.

Und überhaupt: ich gebe Dir den guten Rat, auf das, was  ein Hardcoreraucher, der gerade einen wahrscheinlich sinnlosen Versuch unternimmt, mit dem Rauchen aufzuhören, von sich gibt, zu pfeifen.                                                                                  Ein Raucher auf Entzug geht davon aus, dass er sein zukünftiges Leben völlig freudlos wird abarbeiten müssen, denn ohne seine beste Freundin, die Zigarette, erscheint ihm alles sinnlos. Nie wieder  wird er einen Tag erleben, an dem die Sonne, die Blumen, die Menschen ihm Freude bereiten werden. Er wird sich jeden Tag auf’s Neue fragen, warum um alles in der Welt er so krampfhaft versucht, zu verhindern, dass er sich  eines Tages der Diagnose: “Raucherbein“ wird stellen müssen. Und er wird für den Rest seines Lebens mit der Kultur, in die er hinein geboren wurde, hadern, weil sie ihm eingebläut hat, dass wirklich jedes noch so beschissene Leben besser ist als das  Jenseits. Für den Rest seiner Tage wird er den Zeiten nachtrauern, in denen er sein Leben genießen und bedenkenlos seinen Tabak auspacken und sich eine drehen konnte. Der Gedanke daran wird ihm auch nach vielen Jahren noch Tränen in die Augen treiben.

Und von so einer armen Sau willst Du Tipps haben, wie man das Leben und die Welt händeln könnte.

Das kann ja gar nicht Dein Ernst sein.

 In endloser Trauer

Frau Watler

 

Nirvana goes Scheiterhaufen

Liebste Rundumverbockerin……..

na `Danke schön` auch!!! – Da bitte ich Dich höflichst um lebenserhaltende Maßnahmen, drei(!) tröstliche Sätze………und was bekomme ich?                   Rundumaussichtslosigkeit!!!                                                                                         Bravo!!! Arbeitest Du für die Pharmaindustrie und möchtest mir ein paar puschelige Psychopillen unterjubeln? Bist Du Vorsitzende einer Sekte, die zunächst einmal wohlige Aussichtslosigkeit verbreitet, um dann ihre ganz eigene, höchst kreative Errettungsidee unter das Volk zu bringen? – Eins kann ich Dir sagen: ich stelle mich weder mit einem Wachturm in die Fußgängerzone, noch klebe ich mir Pyramiden auf den Schädel; und ich werde auch ganz sicher nicht in Vollmondnächten unter Trauerweiden nach Elfen graben!

Obwohl……?! So ein schwungvolles Elfenjuchheissa würde mir schon gefallen!             Kann man die eigentlich braten? Da ich ja nun kein Fleisch mehr esse, könnte das ja eine prima Alternative werden.

Gefüllte Elfe an Feldsalat!

Elfensüppchen!

Elfe in Bierteig

Aber ich nehme mal an, dass diese esoterischen Bräutchen genauso wenig bissfest sind, wie ihre irdischen Paten, vermutlich klettern sie beleidigt aus der Pfanne, entführen meinen Kater und galoppieren dann zur nächsten Esoterikmesse, um mich dort anzuschwärzen! Dann kommen all die Auraleser und Engeldolmetscher und schmeißen mir mit ihren Heilsteinen die Fensterscheiben ein.

Die extraterrestische Welterklärung wirkt bei mir wohl eher kontraproduktiv!

Das Nirvana hätte ich mir ja gern mal angschaut, aber ein fluchfreies Leben erscheint mir sinnlos!

Scheißdreck auch!

Frau Staldorf

 

 

Der Buddhistische Himmel

Moin Frau Staldorf,

aber klar doch, gar kein Problem. Warte, ich mach mir eben schnell einen Kaffee und dann geht’s los………….

Mist, meine Kaffeemaschine ist kaputt.                                                                              Und ohne Kaffee kann ich solche Fragen nicht beantworten, zumal ich momentan in einer ganz anderen Richtuing unterwegs bin.                                                                            Denn neben der Frage, wie denn wohl das Leben in dieser schönen neuen Welt, mit all diesen großen bunten Verpackungen, die wesentlich mehr Inhalt versprechen, als tatsächlich beherbergen, unter Einhaltung des siebenundzwanzigsten Gebotes, was da lautet: ’Du sollst nicht aus dem Fenster springen’, abzuarbeiten sei, beschäftigt mich derzeit auch die Frage, wie man denn die Zeit nach diesem Tag X, an dem man diese ermüdende Aufgabe endlich bewältigt haben wird, planen könnte, ohne dann wieder in einem ähnlichen Schlamassel zu landen.

Ich dachte, ich hätte das in meinem Kopf eigentlich soweit klar, aber dann geschah etwas, was meine sämtlichen Planungen über den Haufen warf. Habe nämlich heute erfahren, dass fluchende Leute nicht in den buddhistischen Himmel kommen. Dabei hatte ich den für mich vorgesehen. Immerhin trage ich seit Jahrzehnten jedes Insekt, was sich in meine Wohnung verirrt hat, wieder nach draußen, anstatt es zu zerdätschen oder im Staubsauger einen qualvollen Tod sterben zu lassen. Und nun?  Alles umsonst! Denn Buddha davon zu überzeugen, dass ich ein nicht fluchender Erdenbürger gewesen bin, dürfte selbst mir schwer fallen. Ich weiß nicht, wer das Fluchen erfunden hat, ich könnte es ganz sicher gewesen sein. Und jemanden beschimpfen darf man wohl auch nicht. Irgendwie muss ich das alles überlesen haben!
Was mach ich denn nun? Ob es noch reicht, wenn ich jetzt damit aufhöre?

Und was fällt denn alles darunter, kann mir das mal einer sagen?
Wenn ich zu meinem Sohn sage:  „Wann willst Du denn den Biomüll runter bringen? Dann, wenn er so richtig stinkt und die Maden sich fühlen wie im Speck?” und er sich, obwohl es sich doch um eine ganz normale Frage handelt, beschimpft fühlt – ist das dann tatsächlich eine Beschimpfung? (Wohlgemerkt, ich gehe erst dazu über, die Frage: “wann bringst Du den Biomüll runter?”, zu verlängern, wenn er bereits dreimal geantwortet  hat:  „Mach ich gleich.” und ich mir nicht mehr anders zu helfen weiß. Das möchte ich an dieser Stelle betonen, nicht dass Du diesen Punkt zum Themenwechsel nutzt und mir vorwirfst, ich sei eine üble Mutterziege).
Oder, wenn ich zu jemandem sage: “Das hast Du aber richtig fein gemacht”, und sein Gehirn diesen Satz dann aber übersetzt und am Ende: “Der Weltmeister der Schwachköpfe hätte das sicher nicht besser hingekriegt.” herauskommt. Hat er dann das Problem, weil er übersetzt hat, oder behalte ich den schwarzen Peter? Einen Prozess würde ich sicher gewinnen, aber den großen Vorsitzenden der Buddhisten werden die Kriterien, die ein irdisches Gericht bei einer Urteilsbegründung zugrunde legt, sicher wenig kratzen.
Oder wenn ich mich völlig überfordert fühle, weil ich gerade einen Kaffee über mein Buch geschüttet habe,  dringend zur Toilette muss und währenddessen gleichzeitig das Telefon und die Türklingel schrillen und ich dann brülle: “Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!” ist das dann Fluchen?

Nachbarin Carla meint, das mit dem Hund in der Pfanne geht noch, aber wer ist schon Nachbarin Carla, um solche Fragen zu entscheiden.

Du siehst, ich stecke in Schwierigkeiten.
Kannst Du mir nicht eine Liste ausarbeiten, in der genauestens aufgeführt ist, was ich darf und was nicht? Bitte wissenschaftlich abgesichert, ansonsten taugt das ja alles nichts.
Vielleicht sollte ich allerdings auch noch schnell auf die Katholiken umbuchen. Da reicht es ja wohl, wenn man bereut. Ist bestimmt einfacher, da ein Mal in der Woche hinzulaufen und zu bereuen, als auf Dauer meine Klappe zu halten.
Findest Du nicht auch, dass die Buddhisten unangemessen anspruchsvoll sind? Insekten raus tragen, jede Pflanze achten und dann noch nicht mal fluchen dürfen, wenn man versehentlich gerade mal wieder auf eine getreten ist. Ich finde dass ist ganz schön viel.

Schlaf schön

Watler

Welterklärung in drei Sätzen: zack-zack!

Moin   Frau Watler,

kannst Du mir mal schnell die Welt erklären?

In drei Sätzen, wenn ich bitten darf! Etwa derart:

1. Weil………

2. Deshalb……….

3. Folglich………..

Das wäre außerordentlich freundlich, um nicht zu sagen: lebenserhaltend für mich, denn die Versuchsanordnung hinter meiner Türschwelle und ich, haben ein echtes Kommunikationsproblem! Und da ich nicht erkennen kann, dass sich das vielschichtige – und wie mir scheint, etwas aus den Fugen geratene – Weltgewimmele herablässt, um mir seine Absichten zu erläutern, bitte ich Dich intellektuell hartgesotenne Watler, mir diesbezüglich ein wenig unter die Arme zu greifen! Ich gebe zu, dass meine Hoffnung von Dir eine schlüssige Gebrauchsanweisung für dieses putzige Dasein zu erhalten, von eher geringer Euphorie gespeist wird – da Du mir lebenspraktisch auch nicht so ganz auf dem Laufenden zu sein scheinst – aber ich möchte nichts unversucht lassen, um wenigstens die Grundlagen dieses Spektakels in Ansätzen zu begreifen!

Also Watler, hast Du irgendeine Idee, was das alles zu bedeuten haben könnte………..?

Freundlichste Grübelgrüße

Frau Staldorf