Probieren wir es doch mal mit einer Diktatur!

Naja, katholisch geborene Frauen, die ihre Kinder unter dem Vorwand, anders kämen die ja nicht an eine vernünftige Bildung heran, katholisch taufen lassen, tanzen da doch auf des Messers Schneide und müssen gehörig aufpassen, dass sie nicht beim kleinsten Tritt daneben in der Esoscheiße landen

Deine Überlegungen, Sturköppe jeder Art durch Identitätstausch mal ein wenig aus ihrem eingefahrenen Tritt zu bringen, finde ich ganz gut. Sehe nur momentan noch nicht vor mir, wie man das Ganze denn  so in die Tat umsetzen könnte. Müsste man wohl erst mal den passenden Saft oder dergleichen erfinden.

Habe vor längerer Zeit ja auch schon mal Überlegungen in ähnlicher Richtung angestellt und kam zu dem Schluss, dass wohl nur die Beantragung der Weltdiktatrur die Menschheit einen reellen Schritt nach vorne bringen könnte.

Wenn ich den Job dann machen würde (davon geh ich jetzt erst mal aus) müssten alle heiraten und zwar einen Partner oder eine Partnerin, der/die nachweislich (aus Sicht des jeweiligen Partners) eindeutig fremdes Kulturgut mit in die Ehe bringt. Womit ich nicht französisches Essen meine, sondern andere Hautfarbe oder zumindest (aus Sicht des jeweiligen Partners) ’ne igittigitt Religion (also nix da: evangelisch heiratet katholisch, muss schon richtig schwer fallen). Dann findet wahrscheinlich erst mal ein Run auf die Buddhisten statt, aber macht nix, irgendwann sind die ja auch weg.

Wer mit 25 nicht verheiratet ist, kommt in’s Kloster. Da muss ich aber auch aufpassen, dass sich da dann nicht so subversive Vereinigungen bilden Die Wahl der Äbte und Äbtissinnen will wohl überlegt sein. Kommen eigentlich nur Freunde des Hauses in Frage, sonst kannste ja niemandem mehr vertrauen, in dieser Welt. Also bereitet Euch schon mal vor und denkt Euch ein paar fesche Gebete aus.

Was mach ich bloß mit denen, die vor der Ehe schnell mal ’n Kind zeugen, um ihre tolle Rasse zu retten? Die Kinder standrechtlich erschießen? Jedenfalls ‚’n paar, um die Leute in der Spur zu halten? Wenn man was Gutes im Auge hat, gehören Kollateralschäden doch dazu.                                                                                                                       Gefällt mir aber nicht wirklich. Meinst Du, ’ne Stasi reicht vielleicht? Ja, vielleicht probier ich das erst mal. Stasi und  wer erwischt wird, geht 120Jahre nach Bautzen.                      Diktatur ist wirklich nicht ganz einfach, da will vieles bedacht werden.

Auf jeden Fall werde ich durchsetzen, dass  jeder männliche Eierkopf zukünftig genauestens daraufhin untersucht wird, ob die von seinem Besitzer gewünschte Kurzhaarfrisur auch wirklich zu ihm passt. Gibt ja nichts schlimmeres, als jemand mit raspelkurzem Haar, wenn ihm das überhaupt nicht steht.                                                 Ach, so’ne Prüfung ist ja  zuviel bürokratischer Aufwand.  Quatsch. Alle Männer tragen lang. Basta! Freue mich schon auf die Bilder der Demonstration auf dem Kuhdamm, auf der Seehofer und Steinmeier Arm in Arm mit wütenden Gesichtern gegen die Haarpracht auf ihren Köpfen protestieren.

Doch, so’ne Diktatur kann auch Spaß machen. Vielleicht steck ich alle Politiker in Indianerkostüme. Ach nee, Politiker gibt es nicht mehr. Dann eben Fernsehmoderatoren. Oder ich denk mir jede Woche was Neues aus. In einer Woche ’ne rote Nase, in der nächsten müssen sie  Pipi Langstrumpf – Frisuren tragen (geht ja gut, wenn die Männer lange Haare haben.). So kommt dann vielleicht mal wieder ein bisschen Schwung in’s allzu öde Fernsehprogramm.

Es lebe Multikulti!

Watler

Dehnungsübungen, die auch noch in Deinem Alter, plus Lungenkarzinom, plus Leberzirrhose bequem vom Fernsehsessel aus bewältigt werden können…..

mit Zigarre im Mund, in Badeschlappen oder komplett unbeschlappt: wie biege ich mir meinen kruden Kopfsalat so zurecht, dass zumindest der Anschein von Logik erhalten bleibt.

Ja, wie bloß?

Wenn Toleranz und Logik keine schlüssige Liebesbeziehung eingehen mögen, ruckeln sie halt so lange an ihren jeweiligen Gurgeln herum, bis von beiden nichts mehr zu gebrauchen ist, und dann kommt Spottmarie aus ihrem Altersruhesitz geklettert und übernimmt wieder die Alleinherrschaft.

Laß`e mal!

Die kenn ich ja wenigstens schon. Und ihr Geätze erscheint mir weitaus unterhaltsamer als dieses blöde Toleranzgenöle!

Du magst keine Frauen, die mit Pudeln plaudern. Ich kann es nicht leiden, wenn man mir ins Treppenhaus kotzt! Einigen wir uns auf diese charmanten Persönlichkeitsdefizite. Und wo wir schon einmal dabei sind unsere Charaktermägnel zu etablieren, möchte ich die Gelgenheit beim Schopfe packen und meine Intoleranzzone gleich mal ausweiten ……….. ……….Esoscheiße!

Klebrige Schwätzer, die für ihre aktuellen Miseren diverse karmische Dilemmata verantwortlich machen. “….Ach, ich verstehe ja, dass du noch nicht so weit bist das neue Zeitalter zu begreifen, aber könntest du dich bitte ein Stück weit mit dem Gedanken vertraut machen, dass ich hier nicht lahmarschig auf dem Sofa hocke und Chips fresse, sondern auf der feinstofflichen Ebene an meinem Tao arbeite?! Das ist  bei meiner letzten Inkarnation als kasachischer Bodenturner leider ein wenig aus den Fugen geraten, damals war ich nämlich Leistungssportler und extrem überambitioniert….” Und damit wird die hochfrequent vor sich hinlamentierende Beschwerdeführerin sanft von ihrer Rednerbühne vor dem Plasma-TV entfernt, damit die kosmischen Schwingungen ungestört zwischen Esoschwätzer und Gott, Buddha, Allah oder irgendeiner anderen extraterritären Autorität hin und her pendeln können.

Frau mit Pudel, Mann mit Karma und Typ mit Fahne sollten sich mal zu einem Pfefferminztee verabreden und dann für 3 Wochen ihre Rollen tauschen. Vielleicht kämen dabei ja Erkenntnisse heraus, die unter normalen (was auch immer das sein mag) Bedingungen überhaupt nicht zu erlangen wären. Und wenn du dann noch auf eine Zigarette vorbeischneist, kann der endgültigen Weltenrettung nichts mehr entgegenstehen.

Hallelulja oder ogottogottogott

Staldorf

 

 

 

 

 

 

 

Unterhaltung zwischen Pudeln und Damen

Selber Mäuschen

Kennst Du das Wort Toleranzrahmen?

Nun ist ja ein Rahmen nicht nur als Dekoration, sondern durchaus auch als Begrenzung zu sehen. Wenn man mal davon ausgeht, dass er nicht aus Gummi ist, ist es auch gar nicht so einfach, ihn zu erweitern.

Hin und wieder habe ich Anwandlungen, die ich durchaus schon mit dem Wort Altersmilde umschreiben möchte,  die mich unverhofft mit einem mir unvertrauten Maß an Großzügigkeit ausstatten und mich denken lassen: „ach, nun sei man nicht so“ und dann versuche ich mittelalte Damen mitsamt ihren Pudeln in meinen Toleranzrahmen zu quetschen. Aber es gelingt mir nur für kurze Momente, sie rutschen immer wieder raus – da kann ich mich noch so sehr bemühen.                                                                     Vielleicht ist das auch besser. Denn wenn ich diese Anwandlungen auf den Prüfstand stelle, fällt mir auf, dass ich dann, wenn ich Dame und Pudel reinkriege, ja nicht umhinkomme, das Fernsehprogramm, was ihnen zuliebe über den Schirm flimmert (wozu sonst sollte man einen Musikantenstadl produzieren), auch noch irgendwie mit reinzuquetschen. Markus Lanz würde  zukünftig  beim Sortieren  auf der anderen Seite landen……..(Näh……., das lehne ich ab). Und wenn der drin wäre, könnte ich die Bildzeitung auch noch hinterher schieben. Und wenn die dann drin wäre, käme  ich womöglich auf die Idee, Angela Merkel zu wählen.                                                                  Dann hätten wir den Salat.

Ist es das, was Du willst?                                                                                                      Das glaube ich nicht.

Du siehst also, dass Vergrößern des eigenen Toleranzrahmens ist nicht nur ein mühseliges Stück Arbeit, sondern auch nicht immer wirklich sinnvoll.  Also gönn mir meine kleinen Intoleranzen.Ich laufe ja schließlich nicht mit Transparenten durch die Gegend, auf denen stände, „Alle Damen, die mit Pudeln reden, RAUS AUS DEUTSCHLAND“.            Ich fordere mittelalte Damen auch nicht auf (Deinem Motto folgend: „Stell die Flasche weg, dann bist Du kein Alkoholiker mehr“) ihren  Pudel auf den Kleiderschrank zu stellen, sich  bei der VHS anzumelden,  eine Anzeige aufzugeben und  sich jemanden für eine Wohngemeinschaft zu suchen. “Schwuppdiwupp bist Du nicht mehr einsam!”

Aber:                                                                                                                                 Mittelalte Damen, die sich mit ihren Pudeln unterhalten, tragen ihre Gesinnung auf dem Gesicht. Punkt.                                                                                                                      Das ist ein Vorurteil.                                                                                                                 Ich weiß.                                                                                                                                  Das alleine ist der Grund, weshalb ich die Ohren spitze, wenn mir die Möglichkeit geboten wird, einer solchen Konversation zu lauschen.Ich möchte mir nämlich nicht irgendwann den Vorwurf machen müssen, mir sei entgangen, dass eine mittelalte Frau, die keine anderen Zuhörer fand als ihren Pudel, der einzige Mensch auf Erden gewesen sei, der klügstens durchdachte Ideen für eine Weltrevolution gehabt hätte, und nur weil ihr kein Mensch zugehört hätte, sei nun alles den Bach runter gegangen                                      Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, das weiß ich sehr wohl.

Ja, es stimmt, nicht jeder Alki verschwindet bei mir so schnell in der Schublade wie die Pudeldamen Nicht, weil ich besoffene Leute so toll finde, sodern weil weder politische Eistellungen, noch Vorlieben für ein bestimmtes Fernsehprogramm nach Schnaps stinken.                                                                                                                                  Und wenn man so vorgeht  wie Du, läuft man Gefahr, einen Ernest Hemingway, Charles Bukowsky, Horst Janssen oder gar einen Jim Morrison verschwinden zu lassen. Na gut, Horst Janssen hätte meinetwegen rein können, man hätte die Schublade ja hin und wieder ein kleines Stück öffnen können. Nur so weit, dass ein paar Zeichnungen durch gepasst hätten.                                                                                                                                        Drehst Du das Radio ab, weil Amy Winehouse angekündigt wird? “Da war doch was. Ach ja, die hat gesoffen.”                                                                                                                  Aber sobald ich höre::  “Und jetzt das Duo, was Helene Berg von der Spitze der Hitparade verdrängt hat, freut Euch auf mittelalte Dame und Pudel!” Da bin ich weg. Du kannst ja bleiben.                                                                                                                                  Wenn ich mir vorstelle, ich wäre 20 und säße mit Jim Morrison am Strand, dann würde ich vielleicht sagen: „Kannst Du mal ’n Kaugummi kauen, Deine Fahne nervt“, aber die Schublade mit den Pudeldamen bliebe zu.                                                                          Ich wusste  gar nicht, dass die oben erwähnten Herren tätowiert und obendrein Pitbullhalter waren. Naja, ich hab sie ja nie nackt gesehen. Vielleicht trugen sie  ein rotes Feuerwehrauto auf der linken Arschbacke. Und die Pitbulls müssen sie wohl alle zu Hause eingesperrt haben, bevor sie sich fotorafieren ließen.                                                        Man lernt nie aus.

Bevor Du Dich in Sachen Toleranz und Vorurteile als Vortragsreisende auf die Socken machst, solltest Du die ein oder andere Formulierung noch mal unter die Lupe nehmen..

Fühle Dich von meiner Toleranz umarmt

Frau Watler

Faschistoid hast Du vergessen……….

Status

mein Mäuschen!

Ach ja, das kennen wir doch! – Sobald die kleine Putzkolonne ihr blödes Ehrenamt ablegt, kommen die Nutznießer und versuchen sie mit ihren Kaltherzigkeitsvorwürfen wieder auf Linie zu scheuchen. Klappt ja in der Regel auch ganz prima!

Allerdings nicht mehr bei mir!!

Wegputzdoofchen wird nun mit einer an Gelassenheit grenzenden Ignoranz über die Dilemmata und/oder Mageninhalte und/oder Blasenprodukte und/oder diverse andere undekorative Ganzkörperkommentare  hinweghoppsen!!

Folglich werde ich also die Reste meiner drolligen Toleranz bemühen und Dir bei der Rückabwicklung Deines Körpers verständnisvoll über die Schulter schauen. Schade, dass wir nicht die selbe Schuhgröße haben!

Wenden wir uns also wichtigeren Themen zu: Toleranz! Dabei kenne ich kaum jemanden, dem die allgemeine Nölerei so fluffig von der Zunge purzelt wie Dir. Daher wundert mich, dass ausgerechnet Du es bist, die glaubt in Sachen Toleranz ganz weit vorne zu liegen! Ich erinnere mich da gerade an ein paar solide Spötteleien, eine mittelalte Damen betreffend, die – in komplizierte Kommunikationen verwickelt – Dein außerordentliches Missfallen erregte. Und das nur deshalb, weil ihr kleines Meeting vor einer pitoresken Einkaufswagenparkbucht stattfand und es sich bei dem Dikussionsteilnehmer um einen Puddel handelte. “Na gut,” könnte die weltgewandte Toleranznobelpreisträgerin lässig vor sich hin denken ” da hat wohl jemand akuten Gesprächsbedarf! Wie gut, dass ich an dieser Stelle nicht Rede und Antwort stehen muß, zu den Vorkommnissen in englischen Königshäusern!”  Ja! Klar!

Aber statt die kleine Klausurtagung souverän zu umschlenkern, krempelst Du Deine Ohrläppchen noch mal sorgfältig auf, damit Dir von  dem kleinen Dialog zwischen Hund und Frauchen auch ja  nichts entgeht, so dass Du auch wiedergeben kannst, was dort so vor sich hin passiert. Wobei es sich kaum um eine opjektive Berichterstattung handelt, sondern um einen vollständigen Verriss!

Deine Toleranz umarmt demnach wohl auch nur diejenigen, die über eine gewisse Pöbelbegabung verfügen. Hätte es sich nämlich nicht um ein dauergewelltes Lieschen Müller mit Pudel gehandelt, sondern um einen durchtätowierten Alkoholiker mit Pitbull, wäre Deine scharfsinnige Analyse sicherlich anders – also gnädiger – ausgefallen. Denn bei einem Alkoholiker handelt es sich in jedem Fall um ein Opfer des Systems, während Lieschen Müller bei diesem Spektakel garantiert heftig mit mischt.

Ja, klar! Echt differenziert deine Toleranzverteilung.

In diesem Sinne `hoch die Tassen`!

Frau Staldorf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Scheinheilige Toleranz

 

Liebste Sinnsuchende

Wer sich von Senf Energie rauben lässt, ist selber Schuld.

Du glaubst doch wohl nicht allen Ernstes, dass sich eine Industrie, die es gerade noch mal sechs Apfelsorten erlaubt, vor sich hin zu wachsen, mit 250 Sorten Senf herum schlägt. Die nehmen einen großen Bottich, schütten Öl, Wasser und Geschmacksverstärker rein und rühren einmal kräftig um. Anschließend verteilen sie die Pampe auf 250 Bottiche, rühren noch ein paar unterschiedliche Farb- und Aromastoffe rein und dann hat sich die Chose. 250 verschiedene Schilder drauf und schon steht er im Regal, der leckere Dijon-Senf. Kein Mensch weiß heute noch, wie Erdbeeren schmecken, aber Dijon- Senf………. Ha, Ha! So kloppen sie “Kochschinken” zusammen. Aber ausgerechnet Senf mehr kosten lassen. Joo!

Guter Tipp, lass Dir keine Energie rauben, sondern greif im Supermarkt blind und ganz entspannt zum nächstbesten Glas oder Tübchen. (Noch einfacher: geh zu unserem Hauptdiscounter, der hat eh nur eine Sorte) Solltest du dann einen Senf erwischen, dessen Aromastoffe Dir nicht schmecken, kannst Du Dich damit trösten, dass Du Dich zumindest nicht verarschen lässt.

Sinnvoll vor sich hin gucken und  als Ausgleich und zwecks Bekämpfung der Langeweile mit Dir streiten? Bin nicht sicher, ob ich mir meine nähere Zukunft so vorstelle. Muss ich noch mal drüber nachdenken. Kann man ja mal tun. Einen Tag oder auch ‘ne Woche lang. Aber dafür umziehen? Ich weiß ja nicht. Ich bin ja nicht so der Idylle-Typ. Es müsste dann jedenfalls gewährleistet sein, dass so hin und wieder mal ein Alki mit ‘ner offenen Bierflasche an uns vorbei schwankt. (Ich mag das ja nicht, wenn das echte Leben aus meinem Blickwinkel verschwindet). Aber wenn dann so’n Alki da wäre, der meine Seele beruhigen würde, stell ich mir das mit Dir wieder schwierig vor. Wahrscheinlich müsste ich mir  tage- und nächtelange Vorträge über die Untaten der Suchtmittelindustrie anhören. Reine Scheingefechte, wenn Du mich fragst. Denn ich habe bislang selten bis nie erlebt, dass Du  mal einen gestandenen Manager eines Tabak- oder Drogenkonzerns in seiner Villa aufgesucht und ihm mit einer glühenden Rede klar gemacht hättest, dass sein Geschäft ein verwerfliches ist und er die Hölle zu fürchten hat. Nein Du greifst Dir Raucher, Alkis und wenn Du mal einen erwischen solltest auch bestimmt gerne mal einen Junkie. Habe ja manchmal den Verdacht, dass Dein Kampf weniger den Konzernen, als vielmehr den Schwächen Deiner Mitmenschen gilt. Macht sich nur besser, wenn Du, nachdem Du sie ordentlich rund gemacht hast, mit Unschuldsmiene behauptest, Du hättest nichts gegen Raucher, sondern nur gegen die Industrie. So kommt man Dir nicht so leicht auf die Schliche. Wenn ich mal ein kaltherziges Psychgramm erstellen sollte, müsste ich wahrscheinlich sagen: Frau Staldorf ist nicht viel besser, als die meisten Erdenbürger. Sie toleriert jedes krause Verhalten, mit dem sie in Ihrem persönlichen Leben gar nicht konfrontiert wird. Kommen die Menschen ihr näher, ist es aus mit der Toleranz. Bitte nur Schwächen, die man selbst auch hat!

Stell Dir mal vor, abgesehen von einem kleinen Randgrüppchen, müsste kein Mensch zur Toilette.. Dann solltest Du die Leute mal hören: “Abartig, widerlich, eine Schande für die menschliche Gattung. Sperrt sie weg, womöglich ist das ansteckend! Rettet unsere Kinder!” Was weiß denn ich. Auf jeden Fall säße dieses Häuflein ziemlich verloren auf ihren Klos herum und würde das Schicksal, was ihnen die Zugehörigkeit zu den Scheißern und Pissern beschert hat, verfluchen.  Weltweit würden sie einsortiert in die unterste Kaste. Da aber die Natur es so eingerichtet hat, dass wir alle auf unserem (aber ja immerhin zu verriegelnden und daher) stillen Örtchen verschwinden müssen, wird im Sprachgebrauch der Begriff Toleranz noch nicht einmal bemüht. Wobei ich ziemlich sicher bin, dass den meisten Menschen der Vorgang ansich nicht wirklich geheuer ist. Oder was meinst Du, warum, die Menschheit sich so schwer damit tut, Begriffe zu kreiieren, die man unbefangen und überall verwenden kann. Man behilft sich, indem man den Ort benennt, an dem man es tut, aber man versucht kontinuierlich zu vermeiden, das, was man tut, zu benennen.  Niemand käme auf die Idee, das Wort “essen” zu vermeiden. “Ich muss mal eben zum Herd.” – “Was willst Du da?” – “Das weißt Du doch.” Aha! Versuch doch mal klar zu sagen, was Du vorhast. Sag mal: “Ich muss pinkeln,” wenn Königin Elisabeth mit am Tisch sitzt. Oder geh mit ein paar Freaks, die sich Unkonventionalität auf die Fahnen geschrieben haben, in die Kneipe, steh auf und sag, ich muss mal eben meinen Darm entleeren”. Das geht nur, wenn Du dazu ein Gesicht machst, was deutlich macht, dass Du Dich über bürgerliches Geschwafel lustig machen möchtest. Alle eiern rum. Viele kreiieren eigene Begiffe, die diesen furchterregenden Vorgang verharmlosen sollen. “Püschern” , “Pullern”, was gibt es nicht für seltsame Kreationen. In erster Linie für’s Pinkeln. Die Darmentleerung wird tunlichst ganz vermieden. Bei Kindern muss das Kind ja einen Namen haben. “A A,” (wie schreibt man denn das?) und “Pipi”. Manche Frauen legen das dann nie wieder ab. Da steht dann möglicherweise zwei Zentner Lebendgewicht vor Dir: “Ich muss mal Pipi.” Also, wenn Du mich fragst, ein unbefangener Umgang sieht anders aus. Und dann stell Dir mal vor, es müssten nicht alle!

Das mit der Randgruppe ist natürlich nicht ganz zu Ende gedacht. Bestände sie aus den Mitgliedern der europäischen Könighäuser, sähe man es sicher als  Privileg,  und so manches Möchtegern-Prinzesschen läge abends auf seinem Kissen und würde von gemeinsamen Sitzungen auf dem königlichen Klo träumen.

Hätte doch die Natur es so eingerichtet, dass alle Menschen mit größter Selbstverständlichkeit im Alter von -sagen wir – fünfzehn zur Zigarette greifen  und bis in’s hohe Alter friedlich vor sich hin dampfen würden! Dann wär Ruhe..

Alternativ hätte ja mal ein tabakliebender  Evangelist auf die Idee kommen können, leidenschaftliches Rauchen als Eintrittskarte für’s Paradies zu deklarieren. “Demjenigen, der an einem Raucherbein zugrunde geht, wird garantiert Einlass gewährt.” Dann säße Benedikt nie ohne Havanna im Papamobil. Das ließe ihn doch sogleich sympathisch erscheinen. Pfarrer und Pastoren würden in ihren Kirchen zu gemeinsamem Rauchen auffordern und jeder, der sich wegen seiner Raucherei dumme Sprüche anhören müsste, könnte sich beleidigt geben und auf Religionsfreiheit pochen. Ein kleiner Satz und das Leben wäre ein völlig anderes. Ach wie schade!  Aber leider sind die vor 2000 Jahren noch nicht auf die Idee gekommen, Tabak zu rauchen. Sonst hätte einer die Chance ganz sicher genutzt.

So, ich rauche wieder und möchte von jetzt an nie wieder über’s Rauchen reden. Schluss, aus, vorbei. Themenwechsel! Toleranz, besonders Deine, wäre doch ein schönes Thema.

Tolerante Grüße

Frau Watler