Weg in’s Glück

Hallo, Du Motivationskünstlerin,

wer weiß, vielleicht schafft man’s ja sogar in einen Schuhkarton. Immerhin ist ja erst alles vorbei, wenn das Herz aufhört zu schlagen, oder? Und das wird man ja wohl in einen Schuhkarton quetschen können.

Solche Freunde wie Dich brauchen arme Schweine, die unter Qualen versuchen, sich von ihrer Sucht zu befreien. Anstatt  mich mit kalorienarmen Leckereien, Wolldecke und Wärmflasche zu versorgen, mir ‘ne Badewanne einzubauen, in der ich entspannen kann, Dich an mein Sofa zu setzen, mir Geschichten zu erzählen und mir immer wieder gut zuzureden:  “Du wirst es schaffen, die Zukunft wird paradiesisch sein!:” hast Du nichts Besseres zu tun, als auf dem bisschen Motivation, was ich noch habe, herum zu trampeln! Giftzwerg!

Aber Du kannst machen, was Du willst: Ich werde nicht rauchen. Zumindest in den nächsten 2 Monaten nicht. Denn ich habe mir vorgenommen, dieses Mal länger durchzuhalten, als bei meinem letzten Versuch. Und das wäre erst nach vier Monaten der Fall. Zwei hab ich um………… (das bisschen Rechnen wirst Du ja wohl selber hinkriegen). Danach werd ich mich dann wohl wieder an die Produktion meines Raucherbeines machen.

Das als Forschungsprojekt aufzuziehen wird sich aber kaum lohnen. Kann man natürlich als Freizeitbeschäftigung machen, aber als Hobby find ich’s nicht so spannend. Die Zeiten sind vorbei, in denen man sich an einen Strand setzen und aus Langeweile, mit einem Ast, ein rechtwinkliges Dreieck in den Sand malen, ein paar Quadrate über die Seiten kritzeln und denken konnte: “Mensch, das sieht doch so aus, als wären die beiden kleinen zusammen  genauso groß wie das Große alleine. Damit wird man doch ein paar Tausend Jahre eine Schülergeneration nach der anderen beschäftigen können!”                            Vor zweihundert Jahren hätte man mit der Dokumentation der Entwicklung eines Raucherbeines vielleicht noch für Furore sorgen können, heutzutage muss man sich da schon ein bisschen mehr einfallen lassen.                                                                          Es gibt nur wenige so banale Geschichten, die das Interesse der Menschheit noch wecken können.

Vielleicht könnte man ein Video in’s Netz stellen, in dem man zeigt, wohin es führen kann, wenn man Raucher auf Entzug provoziert. Eine starke Raucherin – wie ich z.B. – könnte ihrer Freundin – wie Du z.B. – genüsslich den Garaus machen. Was ist? Stellst Du Dich zur Verfügung? Musst natürlich eine Einwilligungserklärung schreiben, sonst steh ich womöglich am Ende dumm da. Falls Du Probleme damit haben solltest, Deinem Ende so unmittelbar in’s Auge zu sehen, kannst Du mir die Erklärung ja  rüber reichen und ich falle dann irgendwann ganz unvermutet über Dich her.

Überleg’s Dir mal, Du würdest wahrscheinlich, über die Grenzen unseres Landes hinaus, eine Berühmtheit. Die Nichtraucher aller Länder würden Gedenksteine für Dich errichten und durch die öffentliche Aufmerksamkeit würde sich  die Politik genötigt fühlen, sich endlich mit der Tabakindustrie anzulegen, und dafür zu sorgen, dass das Gift aus den Läden verschwindet. Gäbe es keine Zigaretten mehr, so fiele vielen Rauchern der Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, wesentlich leichter, glaub’s mir. Und Du kämst im Jenseits an und hättest keinerlei Mühe, die Frage: “Welchen Sinn hatte Dein Leben?, überzeugend zu beantworten.                                                                                            Nun bist Du ja eine Frau. Mit dem Nirvana klappt das daher noch nicht. Hab jedenfalls mal gehört, dass man da nur als Mann rein kommt. Aber Dein nächstes Leben wäre wahrscheinlich ein quietschfideles Männerleben, völlig ohne irgendwelche Stolpersteine, die dazu führen könnten, dass Du Dir die Finger schmutzig machen müsstest und danach dann aber ab in’s Nirwana. Wär das nicht fein?

Mir würd’s gut gefallen. Ich stelle mich gerne zur Verfügung, Deinen Weg in’s Glück zu ebnen.

Liebste Grüße

von Nichtraucher zu Nichtraucher

Deine Frau Watler

 

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