Die Glanzseiten eines Raucherbeins

Liebste Teilstreckensterberin,

los kauf Dir Tabak!

Das hätte wenigstens zwei Vorteile:

a) Du nervst mich nicht mehr mit Deiner schlechten Laune.

b) Die Bengel von der Suchtmittelindustrie freuen sich, wenn Du weiterhin Deine Organe an sie verfütterst.

Ich finde das ziemlich nett!                                                                                             Andere Menschen spenden höchstens mal an Weihnachten für Bedürftige – und Du(!) schraubst Dir gleich komplette Extremitäten ab, um den Jungs  ein akzeptables Leben zu ermöglichen!

Respekt!

Und wenn Du schon mal dabei bist Dich so engagiert in die Verwirtschaftung zu schmeißen, könntest Du auch gleich Deinen Forschergeist aktivieren und die Metamorphose Deines Beines (Fortbewegung, Eleganz, Erotik) in einen Stummel (übelriechend, wenig effektiv beim Wegrennen, schmerzhaft) wissenschaftlich begleiten. Einfach jeden Morgen interessiert die Bettdecke lüpfen und schauen ob`s noch dran ist. Wenn ja: kurz ausmessen und eine Zeichnung über den Zustand anfertigen – nur soviel: Buntsifte brauchst Du dafür nicht! Kohle reicht!                                                             Wenn nein: irgendwie zusehen, dass Du zum Telefon robbst, um den Notarzt zu rufen. Schaffst Du es rechtzeitig, bleibt zu hoffen, dass Du einen Trottel findest, der die Sauerei wieder wegputzt – mich brauchst Du gar nicht zu fragen – andernfalls wäre es aus psychologischen und ganz allgemein hygienischen Gründen wenig reizvoll Deine alte Wohnung wieder aufzusuchen.

Ach mein kleiner Jammerlappen, sieh es doch mal so: wenn Du schon zu Lebzeiten Teilbereiche Deiner Körperlichkeit zurück in den kosmischen Kreislauf schmeißt – oder freistellst, wie es unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten wahrscheinlich genannt würde –  fällt Dir die finale Sterberei vielleicht gar nicht mehr so schwer. Außerdem nimmst Du dann auch nicht so viel Platz weg. Wenn Du konsequent eine Extremität nach der anderen abwirfst, passt Du letztlich ganz bequem in einen Umzugskarton.                   Deine Kinder werden es Dir danken!

Ein dreifaches Glückauf!

Frau Staldorf

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