Katzen auf Entzug

 

Guten Tag,

inwiefern ruft denn die Unterstützung einer Raucherin beim Entzug Deine mühsam gebunkerte Co-Abhängigkeit auf den Plan?

Ich dachte immer, Co-Abhängigkeit ist dann im Spiel,  wenn Frauen nachts um drei per Anhalter von Hamburg nach Malmö fahren, um Kleingeld für den Zigarettenautomaten zu besorgen oder (für den Fall, dass es einen solchen vor Ort nicht geben sollte) in Kioske einbrechen, nur um ihrem Göttergatten eine qualvolle Nacht ohne Rauchwaren zu ersparen. Oder wenn Mutti dem Säufer-Papi noch schnell ein frisches Hemd bügelt, um zu verhindern, dass die böse Welt auf unerwünschte Gedanken kommt, weil Papi das Hemd, was Mutti ihm gestern gebügelt hat, noch mal schnell voll gekotzt hat

So oder so ähnlich stellte ich sie mir vor, die Co-Abhängigkeit Und nun kommst Du und erzählst mir, dass Mann /Frau sich in Gefahr begibt, sich als Co-Abhängige/r zu betätigen, wenn er/sie Menschen beim Entzug unterstützt.(Jetzt komm mir nicht mit den vier Monaten! Dass ich Überlegungen anstelle, meine Rauchfreiheit auf vier Monate zu begrenzen, (weil mein liebloses persönliches Umfeld mich ja permanent beschimpft und in keiner Weise bereit ist, mich zu unterstützen), weißt Du erst seit einigen Tagen, das kannst Du also nicht als Begründung für Dein schofeliges Verhalten anführen).

Ich glaube, was Du erreichen willst, ist, dass Menschen zu dem Schluss kommen, dass man Raucher nie unterstützen sollte. Wenn sie rauchen ja sowieso nicht, wenn sie nicht rauchen aber auch nicht. Wahrscheinlich noch nicht mal dann, wenn sie sich  voller Verzweiflung von der Köhlbrandbrücke gestürzt und nur durch ein Wunder überlebt haben. Wahrscheinlich noch nicht mal dann, wenn das Wunder nicht geschehen ist und sie bei diesem Sprung vor die Hunde gegangen sind.

Nun kann ich ja verstehen, dass die Abhängigkeit eines Menschen (wovon auch immer) für sein Umfeld, unter Umständen, recht anstrengend sein kann. Aber das ist ja nicht nur so, wenn es sich bei diesen Abhängigen um Raucher handelt.

Soll ja auch Leute geben, die sich von Katzen abhängig machen. Gut, viele von denen sind wie Raucher. So wie die nicht ohne ihre Zigaretten sein mögen, so mögen sie nicht ohne ihre Katzen sein. Das ist dann ja auch in Ordnung. Nun gibt es aber eine andere Gruppe, die sehr wohl ohne ihre Katze sein mögen. Sie fahren in Urlaub und vergießen keine Träne des Trennungsschmerzes, denn im Grunde genommen sind ja nicht sie von ihren Katzen abhängig, sondern sie haben die armen Viecher von sich abhängig gemacht. Sind womöglich noch stolz darauf, dass sie nicht so abhängig sind, wie ihre rauchenden Freunde und kleben sich auch noch das – durchaus gesellschaftsfähige –  Attribut: Katzenliebhaber an’s Revers. Ja, ja, sie lieben ihr Kätzchen! Sie lieben es so sehr, dass sie ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen. Hat Katze gerade Mal keinen großen Hunger, so vermutet Frauchen, dass das Mahl aus irgendeinem Grund nicht zu Katzes Zufriedenheit ausgefallen ist, entfernt den Napfinhalt und sorgt schleunigst für eine Alternative. Möchte Katze nach draußen, braucht sie sich nur vor die Tür zu setzen und kurz Laut zu geben, schon kommt Frau angelaufen und öffnet die Tür. Stellt Katze, kaum dass sie die Wohnung verlassen hat, fest, dass sie ja eigentlich doch gar nicht nach draußen möchte, reicht es, sich dieses Mal auf die andere Seite der Tür zu setzen und ein wenig lauter bemerkbar zu machen, um zu erreichen, dass Frauchen (Männchen machen nicht soviel Theater) sogleich wieder angelaufen kommt und die Tür wieder öffnet. Hat Katze einen besonders unentschlossenen Tag, lässt sich dieses Spiel beliebig oft wiederholen. Es dauert nicht lange, und schon reift in Katze die Erkenntnis, dass sie einen Butler hat. Kindern, die so aufwachsen, wird der Glaube, sie seien ein Prinz oder eine Prinzessin im Kindergarten oder in der Schule wieder genommen. Katze besucht aber ja weder das eine noch das andere.Gut, bei den Menschen, die von ihren Katzen abhängig sind, ist das egal. Die sind wie Raucher. Kein Raucher zwingt seine Freunde, seine Zigaretten zu rauchen und kein Katzen-Abhängiger wird auch nur einen Tag ohne sein Haustier sein wollen und daher wird er auch nie Menschen aus seinem Umfeld nötigen, (während er sich die malledivische Sonne auf den Bauch scheinen lässt), für seine blöde Katze den Butler zu spielen.

Das tun nur Leute der zweiten Gruppe (siehe oben: nicht sie selbst sind abhängig…) Diese Leute haben für ihr Umfeld eine fatale Wirkung. Schlimmer als es die eines rauchenden Freundes jemals sein könnte. Denn wenn sie in Urlaub fahren möchtet, wenden sie sich mit der Bitte, das Kätzchen mal eben zu versorgen, an eine gute Freundin (hab noch nie einen Mann getroffen, der mir erzählt hätte, dass er gerade eine vorübergehend verwaiste Katze versorgen müsste). Sie quälen sich im Urlaub nicht mit Entzugserscheinungen herum. Was sie nicht bedenken ist, dass aber ihre arme Katze unter solchen und diversen anderen neurotischen Erscheinungen leidet.

Katze möchte natürlich in Zeiten, in denen Frauchen im Urlaub ist, auf ihre lieb gewordenen Gewohnheiten nicht verzichten, und erwartet mit größter Selbstverständlichkeit, dass auch die Freundin dem Rechnung trägt..Aber nicht nur das. Da Katze entsetzt feststellt, dass ihr persönlicher Butler ihr abhanden gekommen ist und sie nicht sicher sein kann, dass ihr Lebensstandard auf Dauer keinerlei Einschränkungen erfahren wird, überfällt sie tiefe Trauer und Existenzangst. Sie klammert sich folglich an die Freundin ihres Butlers und macht ihr klar, dass nur 24stündiges Streicheln ihren Schmerz ein wenig lindern kann. Nun kommt es ja vor, dass auch Katzenbetreuer noch vereinzelt  anderen Pflichten nachkommen müssen, was dazu führt, dass Katze je nach Möglichkeiten in der Wohnung, im Garten und für den Fall, dass der Ersatzbutler vergessen haben sollte, die Balkontür zuzumachen, auch mal mitten in der Nacht vom Balkon aus, ausgiebige Konzerte veranstaltet, die unter dem Oberbegriff: “Klagelieder” sicher gut zusammengefasst werden können.

Wer nun meint, die Menschen, die in solchen Nächten in Massen durch die Straßen strömen, täten das, weil sie sich der Magie eines solchen Konzertes nicht entziehen könnten, irrt. Zwar sind die Katzenkonzerte der Grund, weshalb sie mitten in der Nacht den Schlafanzug wieder gegen die Straßenklamotten tauschen, aber der einzige Gedanke, der sie antreibt, ist der, jemanden zu finden, den sie für das, was sie als ruhestörenden Lärm empfinden, zur Verantwortung ziehen können. Kein Mensch läuft zu ‘ner Katze und sagt: “Mach mal Deine Musik leiser.” Nein, man sucht nach einem Menschen, dem man gehörig die Leviten lesen kann. Was meinst Du wohl, wer der- oder diejenige  sein könnte, die sich mitten in der Nacht dem geballten Volkszorn gegenüber sieht? Ganz genau! Es ist die liebe Freundin.

So schließt sich der Kreis. Ich wusste schon mit siebzehn, dass Raucher den angenehmeren Teil der Menschheit verkörpern. Um zu diesem Teil zu gehören, habe ich schließlich angefangen zu rauchen.

Raucher ohne Haustier. Wenn ich Freunde per Zeitungsanzeige suchen würde, stände der Satz drin. Lieber ‘ne jaulende Raucherin, als ‘ne jaulende Katze!

MfG

Frau Watler

 

Ankündigung einer Inkonsequenz und ihre Relevanz für`s Köpfchenkraulen

Ach, mein kleines Massakermäuschen…….

kaum bröckelt die Nikotin-Teergemisch-Ummantelung vom gebeutelten Frauenkörper, schon entpuppt sich die einstige Freundin als Killerbraut.                                   Heidewitzka, wer hätte das gedacht?! – Was ist die Welt doch für ein spannendes Plätzchen!                                                                                                                                   Und mit dieser aufgefrischten Erkenntnis, muß ich Dein Anliegen mich zu Aufklärungs- und/oder Unterhaltungszwecken dahinzumetzeln leider abschlägig beantworten. Auch möchte ich Deinen doch recht plumpen Appell an meine co-abhängigen Persönlichkeitsanteile keine großen Erfolgschancen einräumen, denn für die Dauer von 4 Monaten und 2 Tagen trostspendend um ein Entzugsopfer herumzuschlawenzeln, es in den Schlaf zu summen und das Köpfchen zu kraulen, damit es sich dann frisch entgiftet wieder den Saftsäcken von der Tabakindustrie vor die Füße schmeißt………och nee!

Wen willst Du damit eigentlich beeindrucken?                                                                         Den Gott des Organversagens – Sankt. Nuisaberschluss? Glaubst Du der ist so dusselig seine Krebszellenbatalione wieder zurückzupfeifen, weil Frau Watler 4 Monate (und 2 Tage!!!) Nichtraucherin spielt? Ich an seiner Stelle würde mich ja schwer verscheissert fühlen und meine Kollegen: den Gott des Streikes der Krankenschwestern – Sankt Heutemalohneschmerzmittel und den Gott der Krankenhausköche in Sinnkrisen – Sankt Frissdenscheissdochselber zu einer Klausurtagung nach Bad Lauterbach einladen, um dort einmal nachhaltige Sanktionen für Entzugsblödsinn zu erörtern.

Wenn Du mal ernsthaft damit aufhören möchtest, Dein Körperinneres als Giftmülldeponie zur Verfügung zu stellen, werde ich Dich gern an eine Marlboro-Werbetafel ketten und mit Schokoladenzigaretten füttern. Alternativ könntest Du mich auch weiterhin mit Deinem Zigarettenmist dichtqualmen, aber: HÖR AUF ZU JAMMERN!!!!                                 Bündel das Genöle doch einfach zu einem soliden Wutanfall und dann mach was Spannendes damit………….sagen wir mal:  im Kaufhaus mit Konservendosen die Schnapsabteilung zertrümmern, da bleibst Du thematisch auch gleich am Ball. Möglicherweise bilden sich dann an Ort und Stelle kleine Gesprächskreise, weil da eine mittelalte Frau nonverbal echt mal was zu sagen hat. “Siehst du Kurt” – könnte da vielleicht eine andere mittelalte Frau sagen,  “das wollte ich auch immer schon mal irgendwie zum Ausdruck bringen, mir fehlten nur die Worte.”   ” Ach so, ” wird Kurt antworten ” das meintest du!” Und dann wird sich Kurt ein letztes Mal an einem nicht dafür vorgesehenen Ort übergeben – sagen wir mal der Kühltheke – und fortan keinen Tropfen mehr anrühren. Wäre das nicht schön?!

Also viel Spaß meine kleine Randalebraut, und wenn Du schon mal da bist: könntest Du mir vielleicht ein paar Tomaten mitbringen?

Liebste Grüße

Frau Staldorf

 

Weg in’s Glück

Hallo, Du Motivationskünstlerin,

wer weiß, vielleicht schafft man’s ja sogar in einen Schuhkarton. Immerhin ist ja erst alles vorbei, wenn das Herz aufhört zu schlagen, oder? Und das wird man ja wohl in einen Schuhkarton quetschen können.

Solche Freunde wie Dich brauchen arme Schweine, die unter Qualen versuchen, sich von ihrer Sucht zu befreien. Anstatt  mich mit kalorienarmen Leckereien, Wolldecke und Wärmflasche zu versorgen, mir ‘ne Badewanne einzubauen, in der ich entspannen kann, Dich an mein Sofa zu setzen, mir Geschichten zu erzählen und mir immer wieder gut zuzureden:  “Du wirst es schaffen, die Zukunft wird paradiesisch sein!:” hast Du nichts Besseres zu tun, als auf dem bisschen Motivation, was ich noch habe, herum zu trampeln! Giftzwerg!

Aber Du kannst machen, was Du willst: Ich werde nicht rauchen. Zumindest in den nächsten 2 Monaten nicht. Denn ich habe mir vorgenommen, dieses Mal länger durchzuhalten, als bei meinem letzten Versuch. Und das wäre erst nach vier Monaten der Fall. Zwei hab ich um………… (das bisschen Rechnen wirst Du ja wohl selber hinkriegen). Danach werd ich mich dann wohl wieder an die Produktion meines Raucherbeines machen.

Das als Forschungsprojekt aufzuziehen wird sich aber kaum lohnen. Kann man natürlich als Freizeitbeschäftigung machen, aber als Hobby find ich’s nicht so spannend. Die Zeiten sind vorbei, in denen man sich an einen Strand setzen und aus Langeweile, mit einem Ast, ein rechtwinkliges Dreieck in den Sand malen, ein paar Quadrate über die Seiten kritzeln und denken konnte: “Mensch, das sieht doch so aus, als wären die beiden kleinen zusammen  genauso groß wie das Große alleine. Damit wird man doch ein paar Tausend Jahre eine Schülergeneration nach der anderen beschäftigen können!”                            Vor zweihundert Jahren hätte man mit der Dokumentation der Entwicklung eines Raucherbeines vielleicht noch für Furore sorgen können, heutzutage muss man sich da schon ein bisschen mehr einfallen lassen.                                                                          Es gibt nur wenige so banale Geschichten, die das Interesse der Menschheit noch wecken können.

Vielleicht könnte man ein Video in’s Netz stellen, in dem man zeigt, wohin es führen kann, wenn man Raucher auf Entzug provoziert. Eine starke Raucherin – wie ich z.B. – könnte ihrer Freundin – wie Du z.B. – genüsslich den Garaus machen. Was ist? Stellst Du Dich zur Verfügung? Musst natürlich eine Einwilligungserklärung schreiben, sonst steh ich womöglich am Ende dumm da. Falls Du Probleme damit haben solltest, Deinem Ende so unmittelbar in’s Auge zu sehen, kannst Du mir die Erklärung ja  rüber reichen und ich falle dann irgendwann ganz unvermutet über Dich her.

Überleg’s Dir mal, Du würdest wahrscheinlich, über die Grenzen unseres Landes hinaus, eine Berühmtheit. Die Nichtraucher aller Länder würden Gedenksteine für Dich errichten und durch die öffentliche Aufmerksamkeit würde sich  die Politik genötigt fühlen, sich endlich mit der Tabakindustrie anzulegen, und dafür zu sorgen, dass das Gift aus den Läden verschwindet. Gäbe es keine Zigaretten mehr, so fiele vielen Rauchern der Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, wesentlich leichter, glaub’s mir. Und Du kämst im Jenseits an und hättest keinerlei Mühe, die Frage: “Welchen Sinn hatte Dein Leben?, überzeugend zu beantworten.                                                                                            Nun bist Du ja eine Frau. Mit dem Nirvana klappt das daher noch nicht. Hab jedenfalls mal gehört, dass man da nur als Mann rein kommt. Aber Dein nächstes Leben wäre wahrscheinlich ein quietschfideles Männerleben, völlig ohne irgendwelche Stolpersteine, die dazu führen könnten, dass Du Dir die Finger schmutzig machen müsstest und danach dann aber ab in’s Nirwana. Wär das nicht fein?

Mir würd’s gut gefallen. Ich stelle mich gerne zur Verfügung, Deinen Weg in’s Glück zu ebnen.

Liebste Grüße

von Nichtraucher zu Nichtraucher

Deine Frau Watler

 

Die Glanzseiten eines Raucherbeins

Liebste Teilstreckensterberin,

los kauf Dir Tabak!

Das hätte wenigstens zwei Vorteile:

a) Du nervst mich nicht mehr mit Deiner schlechten Laune.

b) Die Bengel von der Suchtmittelindustrie freuen sich, wenn Du weiterhin Deine Organe an sie verfütterst.

Ich finde das ziemlich nett!                                                                                             Andere Menschen spenden höchstens mal an Weihnachten für Bedürftige – und Du(!) schraubst Dir gleich komplette Extremitäten ab, um den Jungs  ein akzeptables Leben zu ermöglichen!

Respekt!

Und wenn Du schon mal dabei bist Dich so engagiert in die Verwirtschaftung zu schmeißen, könntest Du auch gleich Deinen Forschergeist aktivieren und die Metamorphose Deines Beines (Fortbewegung, Eleganz, Erotik) in einen Stummel (übelriechend, wenig effektiv beim Wegrennen, schmerzhaft) wissenschaftlich begleiten. Einfach jeden Morgen interessiert die Bettdecke lüpfen und schauen ob`s noch dran ist. Wenn ja: kurz ausmessen und eine Zeichnung über den Zustand anfertigen – nur soviel: Buntsifte brauchst Du dafür nicht! Kohle reicht!                                                             Wenn nein: irgendwie zusehen, dass Du zum Telefon robbst, um den Notarzt zu rufen. Schaffst Du es rechtzeitig, bleibt zu hoffen, dass Du einen Trottel findest, der die Sauerei wieder wegputzt – mich brauchst Du gar nicht zu fragen – andernfalls wäre es aus psychologischen und ganz allgemein hygienischen Gründen wenig reizvoll Deine alte Wohnung wieder aufzusuchen.

Ach mein kleiner Jammerlappen, sieh es doch mal so: wenn Du schon zu Lebzeiten Teilbereiche Deiner Körperlichkeit zurück in den kosmischen Kreislauf schmeißt – oder freistellst, wie es unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten wahrscheinlich genannt würde –  fällt Dir die finale Sterberei vielleicht gar nicht mehr so schwer. Außerdem nimmst Du dann auch nicht so viel Platz weg. Wenn Du konsequent eine Extremität nach der anderen abwirfst, passt Du letztlich ganz bequem in einen Umzugskarton.                   Deine Kinder werden es Dir danken!

Ein dreifaches Glückauf!

Frau Staldorf

Raucher sollten rauchen

Guten Abend, Frau Staldorf

Weil die Erde keine Scheibe ist, sollte man lieber nicht immer geradeaus gehen.

Deshalb empfiehlt es sich, einen Stock dabei zu haben, der einem hilft, zu erkennen, wann es mal wieder rund geht.                                                                                          Das aber kann natürlich dazu führen, dass ein besonders umsichtiger Autofahrer, der dem Irrglauben erliegt, besondere Rücksicht nehmen zu müssen, da es sich bei einem der Verkehrsteilnehmer um einen Blinden zu handeln scheint, der hilf- und orientierungslos durch die Welt irrt, vor lauter Übervorsicht gegen einen Baum fährt. Bum: Weg ist er.

Folglich sollte man beizeiten überlegen, welche Organisation die Betreuung der eigenen Person übernehmen soll, wenn es denn um den letzten Schritt geht. Denn die Verursachung eines schweren Unfalls durch die Vortäuschung von Blindheit wird sich mit Sicherheit als dicker Stachel im Gewissen festsetzen. Womit wir wieder beim Buddhismus wären.

So, das hast Du davon.                                                                                                        Zack, Zack, Zack.

Jeder Versuch, das Weltgeschehen zu erklären kann nur scheitern, wenn man die freie Sicht darauf durch Vorgaben einschränkt. Weil, deshalb, folglich………….schon springt man beim Erklärungsversuch um diese Wörter herum. Und was kommt dabei heraus? Du siehst es ja.

Und überhaupt: ich gebe Dir den guten Rat, auf das, was  ein Hardcoreraucher, der gerade einen wahrscheinlich sinnlosen Versuch unternimmt, mit dem Rauchen aufzuhören, von sich gibt, zu pfeifen.                                                                                  Ein Raucher auf Entzug geht davon aus, dass er sein zukünftiges Leben völlig freudlos wird abarbeiten müssen, denn ohne seine beste Freundin, die Zigarette, erscheint ihm alles sinnlos. Nie wieder  wird er einen Tag erleben, an dem die Sonne, die Blumen, die Menschen ihm Freude bereiten werden. Er wird sich jeden Tag auf’s Neue fragen, warum um alles in der Welt er so krampfhaft versucht, zu verhindern, dass er sich  eines Tages der Diagnose: “Raucherbein“ wird stellen müssen. Und er wird für den Rest seines Lebens mit der Kultur, in die er hinein geboren wurde, hadern, weil sie ihm eingebläut hat, dass wirklich jedes noch so beschissene Leben besser ist als das  Jenseits. Für den Rest seiner Tage wird er den Zeiten nachtrauern, in denen er sein Leben genießen und bedenkenlos seinen Tabak auspacken und sich eine drehen konnte. Der Gedanke daran wird ihm auch nach vielen Jahren noch Tränen in die Augen treiben.

Und von so einer armen Sau willst Du Tipps haben, wie man das Leben und die Welt händeln könnte.

Das kann ja gar nicht Dein Ernst sein.

 In endloser Trauer

Frau Watler

 

Nirvana goes Scheiterhaufen

Liebste Rundumverbockerin……..

na `Danke schön` auch!!! – Da bitte ich Dich höflichst um lebenserhaltende Maßnahmen, drei(!) tröstliche Sätze………und was bekomme ich?                   Rundumaussichtslosigkeit!!!                                                                                         Bravo!!! Arbeitest Du für die Pharmaindustrie und möchtest mir ein paar puschelige Psychopillen unterjubeln? Bist Du Vorsitzende einer Sekte, die zunächst einmal wohlige Aussichtslosigkeit verbreitet, um dann ihre ganz eigene, höchst kreative Errettungsidee unter das Volk zu bringen? – Eins kann ich Dir sagen: ich stelle mich weder mit einem Wachturm in die Fußgängerzone, noch klebe ich mir Pyramiden auf den Schädel; und ich werde auch ganz sicher nicht in Vollmondnächten unter Trauerweiden nach Elfen graben!

Obwohl……?! So ein schwungvolles Elfenjuchheissa würde mir schon gefallen!             Kann man die eigentlich braten? Da ich ja nun kein Fleisch mehr esse, könnte das ja eine prima Alternative werden.

Gefüllte Elfe an Feldsalat!

Elfensüppchen!

Elfe in Bierteig

Aber ich nehme mal an, dass diese esoterischen Bräutchen genauso wenig bissfest sind, wie ihre irdischen Paten, vermutlich klettern sie beleidigt aus der Pfanne, entführen meinen Kater und galoppieren dann zur nächsten Esoterikmesse, um mich dort anzuschwärzen! Dann kommen all die Auraleser und Engeldolmetscher und schmeißen mir mit ihren Heilsteinen die Fensterscheiben ein.

Die extraterrestische Welterklärung wirkt bei mir wohl eher kontraproduktiv!

Das Nirvana hätte ich mir ja gern mal angschaut, aber ein fluchfreies Leben erscheint mir sinnlos!

Scheißdreck auch!

Frau Staldorf

 

 

Der Buddhistische Himmel

Moin Frau Staldorf,

aber klar doch, gar kein Problem. Warte, ich mach mir eben schnell einen Kaffee und dann geht’s los………….

Mist, meine Kaffeemaschine ist kaputt.                                                                              Und ohne Kaffee kann ich solche Fragen nicht beantworten, zumal ich momentan in einer ganz anderen Richtuing unterwegs bin.                                                                            Denn neben der Frage, wie denn wohl das Leben in dieser schönen neuen Welt, mit all diesen großen bunten Verpackungen, die wesentlich mehr Inhalt versprechen, als tatsächlich beherbergen, unter Einhaltung des siebenundzwanzigsten Gebotes, was da lautet: ’Du sollst nicht aus dem Fenster springen’, abzuarbeiten sei, beschäftigt mich derzeit auch die Frage, wie man denn die Zeit nach diesem Tag X, an dem man diese ermüdende Aufgabe endlich bewältigt haben wird, planen könnte, ohne dann wieder in einem ähnlichen Schlamassel zu landen.

Ich dachte, ich hätte das in meinem Kopf eigentlich soweit klar, aber dann geschah etwas, was meine sämtlichen Planungen über den Haufen warf. Habe nämlich heute erfahren, dass fluchende Leute nicht in den buddhistischen Himmel kommen. Dabei hatte ich den für mich vorgesehen. Immerhin trage ich seit Jahrzehnten jedes Insekt, was sich in meine Wohnung verirrt hat, wieder nach draußen, anstatt es zu zerdätschen oder im Staubsauger einen qualvollen Tod sterben zu lassen. Und nun?  Alles umsonst! Denn Buddha davon zu überzeugen, dass ich ein nicht fluchender Erdenbürger gewesen bin, dürfte selbst mir schwer fallen. Ich weiß nicht, wer das Fluchen erfunden hat, ich könnte es ganz sicher gewesen sein. Und jemanden beschimpfen darf man wohl auch nicht. Irgendwie muss ich das alles überlesen haben!
Was mach ich denn nun? Ob es noch reicht, wenn ich jetzt damit aufhöre?

Und was fällt denn alles darunter, kann mir das mal einer sagen?
Wenn ich zu meinem Sohn sage:  „Wann willst Du denn den Biomüll runter bringen? Dann, wenn er so richtig stinkt und die Maden sich fühlen wie im Speck?” und er sich, obwohl es sich doch um eine ganz normale Frage handelt, beschimpft fühlt – ist das dann tatsächlich eine Beschimpfung? (Wohlgemerkt, ich gehe erst dazu über, die Frage: “wann bringst Du den Biomüll runter?”, zu verlängern, wenn er bereits dreimal geantwortet  hat:  „Mach ich gleich.” und ich mir nicht mehr anders zu helfen weiß. Das möchte ich an dieser Stelle betonen, nicht dass Du diesen Punkt zum Themenwechsel nutzt und mir vorwirfst, ich sei eine üble Mutterziege).
Oder, wenn ich zu jemandem sage: “Das hast Du aber richtig fein gemacht”, und sein Gehirn diesen Satz dann aber übersetzt und am Ende: “Der Weltmeister der Schwachköpfe hätte das sicher nicht besser hingekriegt.” herauskommt. Hat er dann das Problem, weil er übersetzt hat, oder behalte ich den schwarzen Peter? Einen Prozess würde ich sicher gewinnen, aber den großen Vorsitzenden der Buddhisten werden die Kriterien, die ein irdisches Gericht bei einer Urteilsbegründung zugrunde legt, sicher wenig kratzen.
Oder wenn ich mich völlig überfordert fühle, weil ich gerade einen Kaffee über mein Buch geschüttet habe,  dringend zur Toilette muss und währenddessen gleichzeitig das Telefon und die Türklingel schrillen und ich dann brülle: “Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!” ist das dann Fluchen?

Nachbarin Carla meint, das mit dem Hund in der Pfanne geht noch, aber wer ist schon Nachbarin Carla, um solche Fragen zu entscheiden.

Du siehst, ich stecke in Schwierigkeiten.
Kannst Du mir nicht eine Liste ausarbeiten, in der genauestens aufgeführt ist, was ich darf und was nicht? Bitte wissenschaftlich abgesichert, ansonsten taugt das ja alles nichts.
Vielleicht sollte ich allerdings auch noch schnell auf die Katholiken umbuchen. Da reicht es ja wohl, wenn man bereut. Ist bestimmt einfacher, da ein Mal in der Woche hinzulaufen und zu bereuen, als auf Dauer meine Klappe zu halten.
Findest Du nicht auch, dass die Buddhisten unangemessen anspruchsvoll sind? Insekten raus tragen, jede Pflanze achten und dann noch nicht mal fluchen dürfen, wenn man versehentlich gerade mal wieder auf eine getreten ist. Ich finde dass ist ganz schön viel.

Schlaf schön

Watler

Welterklärung in drei Sätzen: zack-zack!

Moin   Frau Watler,

kannst Du mir mal schnell die Welt erklären?

In drei Sätzen, wenn ich bitten darf! Etwa derart:

1. Weil………

2. Deshalb……….

3. Folglich………..

Das wäre außerordentlich freundlich, um nicht zu sagen: lebenserhaltend für mich, denn die Versuchsanordnung hinter meiner Türschwelle und ich, haben ein echtes Kommunikationsproblem! Und da ich nicht erkennen kann, dass sich das vielschichtige – und wie mir scheint, etwas aus den Fugen geratene – Weltgewimmele herablässt, um mir seine Absichten zu erläutern, bitte ich Dich intellektuell hartgesotenne Watler, mir diesbezüglich ein wenig unter die Arme zu greifen! Ich gebe zu, dass meine Hoffnung von Dir eine schlüssige Gebrauchsanweisung für dieses putzige Dasein zu erhalten, von eher geringer Euphorie gespeist wird – da Du mir lebenspraktisch auch nicht so ganz auf dem Laufenden zu sein scheinst – aber ich möchte nichts unversucht lassen, um wenigstens die Grundlagen dieses Spektakels in Ansätzen zu begreifen!

Also Watler, hast Du irgendeine Idee, was das alles zu bedeuten haben könnte………..?

Freundlichste Grübelgrüße

Frau Staldorf